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2017-10-05

Vor 50 Jahren: NASA-Astronaut Clifton Williams verunglückt tödlich

Nur vier Monate, nachdem Edward Givens über die Knapp Road gefahren war, hatte C. C. Williams seinen letzten Flug heute, vor 50 Jahren, am 5. Oktober 1967. Er hatte Deke Slayton mit einer neuen T-38 nach Kennedy gebracht, die eine "Montagsmaschine" zu sein schien und schon auf dieser Etappe Ärger machte. Da Williams feststellte, dass er am KSC eigentlich nicht gebraucht wurde, beschloss er, nach Houston zurückzukehren, und plante einen Zwischenstopp in Mobile, um zu tanken und seinem Vater in der Zwischenzeit einen Besuch abzustatten. Er kam nur bis zu dem Kreuz auf dieser Karte, die seinen geplanten Kurs angibt.

Die Untersuchung des Unglücks hatte zur Folge, dass von da an jede neu in Betrieb genommene T-38 vor dem ersten Flug gründlich inspiziert wurde. Die Entscheidung war gut getroffen, und Williams war der letzte NASA-Astronaut, der jemals mit einem Flugzeug dieses Typs abstürzte.

Die Crew von Apollo 12 hatte vier Sterne in ihr Missionsabzeichen aufgenommen: Drei für jedes Mannschaftsmitglied, die vierte für Clifton Williams.

Als einziger Junggeselle zur Zeit seines Eintritts in das Astronautenprogramm hatte Williams eine gewisse Popularität erworben. Er heiratete nach seiner Anwerbung als NASA-Astronaut.

Sein Schicksal und die aktuellen Pressemitteilungen sind in einem Kapitel unseres Buches "Die vergessenen Astronauten" näher beschrieben.

50 years ago: Apollo astronaut C. C. Williams dies in plane crash

Just four months after Edward Givens drove over the bent of Knapp Road, C. C. Williams had his final flight on this day, 50 years ago, on October 5 1967. He had taken Deke Slayton to Kennedy with a new T-38 plane that seemed to be quite a lemon, making trouble already on that trip. Finding that he was not actually needed at the KSC, Williams decided to return back to Houston, planning a stop at Mobile to tank and to pay a visit to his father in the meantime. He only came as far as the cross on this map marks that plots his intended course.
The investigation of the accident produced the consequence that from then on, every newly commissioned T-38 would be thoroughly inspected before first flying. The decision was well made, and as a result, Williams was the last NASA astronaut to ever crash with a plane of that type.

The crew of Apollo 12 added four stars to their mission batch: Three for each crew member, the fourth for Clifton Williams.

Williams had gained some popularity with the press as the only bachelor drafted at that time. He married after his assignment as NASA astronaut.

His fate including contemporary press releases is recounted in a chapter of our book "The Forgotten Astronauts".



2017-10-02

Kostenlose kindle-Bücher zum Tag der deutschen Einheit


Zum Tag der deutschen Einheit sind die kindle-Versionen der beiden folgenden Bücher kostenlos abrufbar! Es handelt sich um kommentierte neue Übersetzungen alter Autoren: Platos Sage von Atlantis sowie Lukians Satire über den Lügenpropheten Alexander von Abonuteichos, der mit magischen Bühnentricks seine Anhänger zu täuschen liebte.

https://amazon.de/dp/B01EKCKM7E 
https://www.amazon.de/dp/B071VMRT3Y


Neuerscheinung: Rom und die Jagd auf die Weltmaschine

So, da sind wir! Die Druck- und die Kindle-Version unseres historischen Abenteuerromans für jugendliche Leser sind online verfügbar: Rom und die Jagd auf die Weltmaschine . Und zur Feier des morgigen Tags der deutschen Einheit wird die eBuch-Ausgabe vom 03. bis zum 04. Oktober sogar kostenlos abrufbar sein!

Hier folgt ein kleiner Auszug aus der Endfassung:

"Die Zeit der Wintersonnenwende war nach alter Sitte eine Zeit von Ungebundenheit, Exzess und Zügellosigkeit. Im Hause Iulii fand sie jedoch keinen Eingang. Zu düster waren die Nachrichten, die diese Feiertage überschatteten.

Zuerst war Bellanco der Traumdeuter verschwunden und wieder erschienen - ohne Kopf.

Als nächstes war Belsia Valeriana verschwunden und bis zum letzten Feiertag überhaupt nicht wieder erschienen.

Dafür war Frau Großmutters Geist erschienen und hatte Onkel Senex die Treppe hinuntergeworfen.

Adrianus fragte sich, was in Aquae Mattiacorum eigentlich vorging.

Niemand hatte den armen Traumdeuter überhaupt vermisst, bis Arbeiter ihn auf einem Feld gefunden hatten. Leider war Adrianus auf seinem Heimweg ausgerechnet dort vorbeigekommen, und er hatte sogar geholfen, die überfrorenen Furchen nach dem Kopf abzusuchen. Nachdem er sein Essen im Straßengraben hinterlassen hatte, hieß das, denn Bellanco hatte keinen appetitlichen Anblick geboten. Sein Hals war mit einem sauberen Axthieb durchtrennt worden.

Offenbar hatte Adrianus noch einen weiten Weg vor sich, bis er ein vollwertiger Heiler würde."

2017-09-13

The Apollo Mars Mission and other weird AAP stuff

What if the Space Age had taken a slightly different turn? This sketch illustrates a project study of the Apollo Application Program (AAP) of 1969. We see the orbital laboratory COMLAB, consisting of an Apollo CM and a laboratory module that would be launched on a modified Saturn V with booster rockets attached.
Left: launch configuration, right: orbital configuration
1: Command Module Lab
2: Command Service Unit
3: Shell
4: Airlock
5: Base mount
6: Science units





One of the more weird proposals of the Apollo Applications Program (AAP) was an Apollo-based manned Mars mission!
The unit is driven by a chemical reaction drive (3) flanked by two S II nuclear booster units (4, 5). It includes a MEM (Mars Excursion Module, 1), an EEM (Earth Entry Module, 6) and a huge main cabin (2) that constitute the manned unit (8), also containing a launch engine for the ascent from Mars (3) and propulsion tanks (7).


Another study from the Apollo Applications Program (AAP). This was designed as a "universal capsule for larger space missions, composed of Apollo components". The numbers are:
1: Emergency launch system
2: Command module
3: Service module
4: Adapter (LEM casing)
5: Sleeping, hygiene and medical unit
6: Radiation-proof cabin and control centre (for four days isolated stay)
7: Centrifuge for artificial gravity and spare parts storage used as a counterweight
8: Cable rolls, control devices and drives
9: Connector to the service unit


Illustrations by Bernhard Borchert
Source: A. F. Marfeld, "Astronautik", Safari-Verlag 1969






2017-08-16

Gemini in der "Astronauts Hall of Fame"

Schautafel der "Astronauts Hall of Fame", Titusville
Die unten stehende Abbildung erhielt ich von einem Besucher der inzwischen geschlossenen und verlegten Ausstellung "Astronauts Hall of Fame" im floridianischen Titusville. Sie zeigt eine Tafel, die die Geschichte der Gemini-Flüge darstellen soll.

Was hieran auffällt, ist die zum Teil ungewöhnliche Aufstellung der eingeteilten Haupt- und Hilfsmannschaften für die Flüge Gemini 3 bis 12. Verwunderlich finde ich insbesondere die angebliche Einteilung von Theodore Freeman in der Ersatzmannschaft von Gemini 9 und der Hauptmannschaft von Gemini 12. Die zeitgenössischen Pressemitteilungen des Manned Spaceflight Centers und des Kennedy Space Centers enthalten die hier dargestellte Aufstellung nicht, Burgess u. a. verzeichnen in "Fallen Astronauts" (2. Auflage 2016) nur vage, Deke Slayton habe Freeman für einen Geminiflug in Betracht gezogen, und berufen sich dafür auf dessen Autobiographie "Deke!".

Meine Frage lautet nun: Wie verlässlich ist die Schautafel aus der "Astronauts Hall of Fame"? Woher stammen die darauf gegebenen Informationen?

Kurz zusammengefasst sieht die ursprüngliche, für das Jahr 1964 - vor Freemans Absturz - zu veranschlagende Liste, die im Foto leider nicht lesbar ist, so aus:

Flug - Hauptmannschaft/ErsatzmannschaftGT-3 Grissom und Young/Schirra und Stafford
GT-4 McDivitt und White/Borman und Lovell
GT-5 Cooper und Conrad/Armstrong und See
GT-6 Schirra und Stafford/Grissom und Young
GT-7 Borman und Lovell/White und Collins
GT-8 Armstrong und See/Conrad und Gordon
GT-9 Young und Scott/Stafford und Freeman
GT-10 White und Collins/Lovell und Bassett
GT-11 Conrad und Gordon/Armstrong und Cernan
GT-12 Stafford und Freeman/See und Aldrin

Auf diese Liste folgt eine Aufschrift, die ich so deute: :
"October 31, 1964: Freeman dies in the crash of a T-38 jet and is replaced by Bassett, Williams joins the Gemini group". (Wo war Williams bis zu diesem Zeitpunkt?)

Die nächste Zwischeninschrift lautet:
"July, 1965: See is moved to commander, Gemini 9, because of Slayton's concerns about his ability to withstand a physically strenuous space walk; Scott moves up to the Gemini 11 crew while Bassett becomes Gemini 9 pilot (and potential space walker) with See."

Ein Eintrag für den 28. February 1966 verzeichnet den bekannten Absturz von See und Bassett, der zur abschließenden Umstrukturierung der Einteilung für GT-9 bis GT-12 führte.

2017-06-30

50 years ago on this day: Dr. Robert Lawrence becomes the first African-American astronaut

Via "NASA History":
"On this day in 1967, Major Robert Lawrence Jr. became the first African-American to be selected to serve as an astronaut.

At that time the United States was developing the Manned Orbiting Laboratory (MOL) Program; effectively a reconnaissance satellite with a crew of two. The MOL astronaut corps was selected by the Department of Defense and was almost completely separate from the NASA astronaut corps. Major Lawrence was not only an Air Force instructor pilot, but also earned a Ph.D. in chemistry from the Ohio State University. During the same month that he completed the U.S. Air Force Test Pilot School he was selected in the third group of MOL astronauts. Tragically, Lawrence's career was cut short when the F-104 Starfighter he was flying in crashed on landing on December 8, 1967, at Edwards Air Force Base - less than 6 months after he'd been selected for the MOL program.

The MOL program was cancelled two years later - in December 1969 - and the separate Department of Defense astronaut corps ended along with MOL. Many of the MOL astronauts were accepted into the NASA astronaut corps and played a significant role in the Space Shuttle program. Had Lawrence lived, it is likely that he would have been the first African-American in space. (Dr. Guy Bluford, also a U.S. Air Force pilot, was the first African-American in space on STS-8 in August 1983.)
In 1997, at the request of the Astronaut Memorial Foundation, the Air Force reviewed Lawrence's records and designated him as an astronaut. On the 30th anniversary of his death, Lawrence's name was added to the Space Mirror Memorial at Kennedy Space Center in Florida.
"



We commemorate this anniversary with the Extended Edition of our non-fiction book "The Forgotten Astronauts", one chapter of which is dedicated to the career and tragic fate of Dr. Lawrence and another to the controversy about his inclusion on the Space Mirror:
http://codexregius.blogspot.de/p/the-forgotten-astronautsa-rarely-told.html

2017-06-27

Die Vergessenen Astronauten Erweiterte Ausgabe Buchvorschau


Hier ist nun auch die deutsche Ausgabe unserer erweiterten Buchvorschau, bei der die Standbilder der früheren Version durch originale Filmszenen ersetzt sind. Viel Vergnügen!

2017-06-24

The Fallen Astronaut: a panoramic view

My panoramic view of the Fallen Astronaut, the plaque that James Irwin, of Apollo 15, deposited on the moon to commemorate all astronauts and cosmonauts who had (knowingly) died on the way to the moon up to that date.

In "The Forgotten Astronauts", this image is spread across a double page.

2017-06-18

The Forgotten Astronauts Extended Edition - Book Trailer



A new version, accounting for the extended edition, with the stills replaced by video footage of some Forgotten Astronauts (Elliot See, Dr. Graveline, Curtis Michel, Charles Bassett, possibly Edward Givens). The T-38 is still without NASA insignia, though.



2017-06-09

Vor 50 Jahren: NASA-Astronaut Ed Givens wird in seiner Heimat beerdigt

Dieses Blatt ist eine Pressemitteilung des Manned Spaceflight Centers aus dem Jahr 1967, in dem für heute vor fünfzig Jahren, Freitag, den 09. Juni, die Beerdigung des in einem Autounfall ums Leben gekommenen Edward Givens von der Astronautengruppe 3 angekündigt wird.

Der Kartenausschnitt zeigt den Ort, an dem Ed Givens am 06. Juni 1967 eine scharfe Kurve übersehen hatte.

Givens ist der einzige während des Apollo-Projekts verstorbene Astronaut, dem bis heute die Nennung auf dem Space Mirror im Kennedy Space Center verweigert wird. Nach Auskunft des Kennedy Space Centers hat es auch keine Gedenkzeremonie gegeben, obwohl im Jahr 2014 eine für den 50. Todestag seines Teamkollegen Ted Freeman anberaumt worden war.

Übersetzte Auszüge dieser Pressemitteilung werden in der Erweiterten Ausgabe unseres Buchs "Die Vergessenen Astronauten" abgedruckt. Die Kurzfassung ist heute und morgen noch kostenlos bei KDP/Amazon zu bekommen: "Die Vergessenen Astronauten"

50 years ago: Burial of deceased NASA astronaut Edward Givens

This is a press release issued by the Manned Spaceflight Center (now Johnson Space Center) announcing the burial of Edward Givens, of NASA astronaut group 3, 50 years ago on this day, on Friday, 09 June 1967. Ed had died in a crash with his private Volkswagen Beetle on 06 June while his two passengers in the car had survived. Excerpts of this press release are quoted in the forthcoming Extended Edition of our publication, "The Forgotten Astronauts".

We had intended to commemorate the anniversary of Givens' death with a free giveaway of the previous, concise kindle version of "The Forgotten Astronauts", but KDP's failure to remedy an indicated internal technical defect prevented the live book from showing on Amazon's websites. That's why we start the free giveaway today, from 09 to 13 June, after which this edition will be withdrawn and replaced by the Extended Edition.  

The free giveaway is available here: https://www.amazon.com/dp/B072MM67LW . If you are outside the US, replace the .com suffix with that of your local Amazon distributor.

2017-06-06

Vor 50 Jahren: Tödlicher Unfall des vergessenen NASA-Astronauten Ed Givens


Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 6. Juni 1967, verpasste der NASA-Astronaut Edward Givens eine scharfe Linkskurve und starb bei einem Autounfall südlich von Houston.

Trotz seiner Beiträge zu den bemannten Apollo-Simulationen in der Versuchskapsel CMS-008 und seiner Einschreibung in die Hilfsmannschaft von Apollo 7 ist das Gedenken an diesen Raumfahrer besonders nebulös. Ed Givens ist der einzige vor den Mondlandungen verstorbene NASA-Astronaut, dessen Name nicht auf dem Space Mirror Memorial im Kennedy Space Center geführt wird. Und das, obwohl die Mannschaft von Apollo 15 auch ihn auf der Plakette "Fallen Astronaut" führte, die sie auf dem Mond ablegte.
Givens ist auch der erste Raumfahrer der NASA, der auf seinem Grabstein explizit als "Astronaut" bezeichnet wurde, alle vorherigen Todesfälle erhielten nur ihren militärischen Rang in der Grabinschrift.
 

Zu Ehren dieses vergessenen Astronauten bieten wir als Gratisdownload die Kindle-Edition unserer Broschüre "Die Vergessenen Astronauten" an, die kurz gerafft die Geschichten aller gescheiterten Raumfahrer des Apollo-Zeitalters wiedergibt. Die Gratisedition ist vom 06. bis zum 10. Juni verfügbar. Ab dem 15. Juni wird sie durch die "Erweitere Ausgabe" ersetzt, die viermal so viel Text sowie viele neue Bilder und Zitate aus zeitgenössischen Quellen enthalten wird. 

50 years ago: NASA astronaut Edward Givens dies


50 years ago on this day - June 06, 1967 - NASA astronaut Edward Givens missed a sharp road bent and died in a car crash south of Houston.

Despite his contributions to the manned tests of the CMS-008 Apollo capsule and his assignment to the support crew of Apollo 7, the memory of this spacefarer is particularly hazy. Ed Givens is the only prematurely deceased NASA astronaut of the Apollo age whose name is still deliberately excluded from the Space Mirror Memorial, despite the fact that he has been listed on the Fallen Astronaut plaque placed on the moon by the crew of Apollo 15.
Givens is also the first member of NASA's corps who has been explicitly called "astronaut" on his gravestone.
 

In honour of this forgotten astronaut, we offer a free ebook file of the concise edition of our booklet "The Forgotten Astronauts", that tells the tales of all NASA spacefarers who failed to go to the moon, from today, June 06, 2017, till June 10, 2017. From June 15, this edition will be withdrawn and replaced by the new Extended Edition that has four times more text, more images and more quotations from contemporary sources. 

EDIT: Unfortunately, technical shortcomings at Amazon's has efficiently doublecrossed our intention to offer a free edition of the booklet. With a delay of four days - thank you, Jeff, for the incompetence of your staff! - we are finally able to provide the promised free kindle eBook from June 09 to June 13 at this link: https://www.amazon.com/dp/B072MM67LW. (Replace the .com suffix with your local variation of Amazon, if needed.)

2017-05-30

Pluto & Charon - Titan - Ceres: Three lesser worlds in the outer solar system

I would like to refer you to a series of currently three books on planetary science that has been jointly compiled by several members of our astronomy club: 

http://codexregius.blogspot.de/p/blog-page_30.html


2017-05-29

Forthcoming volume: The Forgotten Astronauts - Extended edition

I think it is time to expand our first publication, that 2014 brochure, into a full-grown book. What do you think of this preliminary cover?

2017-05-18

Glycon the Muppet God


May I introduce myself? My name is Glycon and I'm a god. Or so it was said about me. Once I've dwelt in a fishing village at the Black Sea; Abonuteichos it was called at that time, under the Romans. And it turned into a veritable tourist attraction when my prophet, Alexandros, and I set up our abodes there. After all, we have issued oracles pretty much like our mates over in Delphi - that name is known to you, I take it? In such a business you could really make a fortune at that time, because, you see, everybody wants to know what the future will bring, yes, everyone from the Emperor down to the kitchen-slave.
   In pharmacy we were engaged as well. That's because my father is Asclepios, the god of healing, therefore it seemed reasonable that we would get into the drug business. Alexandros has always claimed, by the way, that he was the son of Podalirios, my brother. He should have called me Uncle then, wouldn't you agree? But he always addressed me as his Sweetie - well, Glycon, he said, because he was talking Ancient Greek, of course.
   It was some hell of a business that we've been running at that time. Until this smartarse came along, Lucian of Samosata. Now here was a really innovative mate, one who wanted to be "scientific". He didn't believe at all in gods and miracles and prophecies, and he claimed that I was a Muppet - a kind of Miss Piggy for ancient Romans, can you imagine! Yes, a doll with threads attached, he claimed, that my prophet were using to make fools out of his devout believers, even including provincial governors and commanders of the legions whom we advised in the best strategy against the Parthians or the Marcomanni!
   I say, I should expect a little more trust, shouldn't I? Are you still surprised that my Alexandros planned to drown this rascal in the deepest sea? Already when he first received that mate quite well-mannered and granted him a kiss on the hand, this fellow Lucian bit him right into the palm so that you could count the impressions of his teeth! Really! You don't believe me? But Lucian is confessing to that in his own report in which he designated my friend Alexandros the greatest villain since Alexander the Great! Read it yourself, you will find many a conjurer's trick described that your ... "gurus", is that the proper word? ... use even today to entice superstitious idiots. By which I don't want to suggest that you be one of them; not at all, you are rather thinking like this Lucian who always wanted to counter everything with reason and logical deduction, aren't you? And that he did 1850 years ago!
   Fortunately, you see, hardly anyone listened to him back them. Those who want to be cheated will be cheated, as the saying goes, and people have still been praying to me when Lucian had already descended into the Hades in which he didn't believe, either. But how he has uncovered the business which my Alexandros and me have set up together, that's really a comedy worth reading.
  
The annotated new translation of "Lucian vs. the False Prophet" is available in print or as ebook. Which of the two was the actual liar - Alexandros or Lucian -is a decision that I will gladly leave to you.
Visit me once in Ankara, Turkey! You will find me in the Museum for Anatolian Cultures just as I am posing in the image above for you. I am looking forward to meeting you!
Kind regards,

your sweetie Glycon

Glykon, der Muppetgott

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Glykon, und ich bin ein Gott. Oder so hat man von mir gesagt. Früher habe ich am Schwarzen Meer in einem Fischerdorf gewohnt; Abonuteichos hieß es damals, unter den Römern. Das wurde ein richtiger Touristenmagnet, als mein Prophet Alexandros und ich dort einzogen. Wir beide haben damals nämlich Orakel gestellt wie die Kollegen drüben in Delphi - der Name sagt Ihnen doch etwas? Mit sowas konnte man damals richtig Kohle machen, denn was die Zukunft bringt, ja, das will doch jeder wissen vom Kaiser bis zum Küchensklaven. 
   In der Pharmaindustrie waren wir auch tätig. Mein Vater ist nämlich Asklepios, der Gott der Heilkunst, und da lag es doch nahe, ins Medikamentengeschäft einzusteigen. Alexandros meinte übrigens immer, er sei der Sohn von Podalirios, meinem Bruder. Also hätte er eigentlich Onkel zu mir sagen sollen. Aber er nannte mich immer nur seinen Süßen - Glykon halt, denn er redete ja Altgriechisch.
   Das war ein Mordsgeschäft, das wir beide damals hatten. Bis dieser Witzbold vorbeikam, Lukian von Samosata. Der war nun so ein ganz Moderner, einer, der richtig "wissenschaftlich" sein wollte. Er glaubte nämlich überhaupt nicht an Götter und an Wunder und Prophezeiungen, und er behauptete von mir, ich sei ein Muppet - eine Miss Piggy für olle Römer, unglaublich! ein Gliederpüppchen mit Fäden dran, mit denen mein Prophet seine ganzen Gläubigen zum Narren hielte, auch die Statthalter und die Legionskommandeure. 
   Ich meine, ein bisschen Vertrauen darf ich doch wohl erwarten, oder? Wundert es Sie da noch, dass mein Alexandros diesen Frechdachs im Meer versenken wollte? Schon, als er jenen ganz gesittet empfangen hatte und ihm den Handkuss gewähren wollte, da hat dieser Lukian ihn doch glatt in die Pratze gebissen, dass man die Zähne sah. Wirklich! Glauben Sie mir etwa nicht? Das erzählt Lukian selbst in seiner Reportage, in der er meinen Alexandros als den größten Gauner seit Alexander dem Großen bezeichnete! Lesen Sie es selbst nach, bei ihm finden Sie viele Taschenspielertricks beschrieben, die Ihre ... Gurus sagt man doch? ... noch heute benutzen, um die abergläubischen Trottel zu verführen. Womit ich nicht sagen will, dass Sie einer sind; Sie denken doch eher wie dieser Lukian, der immer alles mit Vernunft hinterfragen und logisch deduzieren wollte, oder? Und das vor 1850 Jahren! 
   Wissen Sie, zugehört hat ihm ja kaum einer damals. Wer betrogen sein will, der wird halt betrogen, und mich hat man noch angebetet, als er schon lange im Hades herumsaß, an den er auch nicht geglaubt hat. Aber wie er das alles aufdeckte, was mein Alexandros und ich zusammen aufgezogen haben, das ist schon eine Komödie, die seine Leser zum Lachen bringt. 
   Die kommentierte Neuübersetzung Lukian gegen den Lügenpropheten ist im Handel, da können Sie sich selber überzeugen. Wer von beiden aber mehr gelogen hat, Alexandros oder Lukian, diese Entscheidung überlasse ich lieber Ihnen.

Besuchen Sie mich doch mal in Ankara! Dort finden Sie mich im Museum für Anatolische Zivilisationen, so, wie ich hier oben auf dem Bild vor Ihnen sitze. Ich freue mich auf Sie!

Herzlichst,

Ihr Süßer Glykon

2017-05-17

Neuauflage: Lukian gegen den Lügenpropheten - New edition: Lucian vs. the False Prophet

U. a. wegen der Kritik am ursprünglichen Titel, die das Buch für manche schwer auffindbar machte, haben wir eine Neuauflage unserer kommentierten Übersetzung von "Alexandros oder: Der Lügenprophet" des griechisch-syrischen Satirikers Lukian von Samosata (2. Jh.) aufgelegt. Die Neuausgabe enthält ein anderes Layout und mehr Bilder sowie einige Fehlerkorrekturen. 
Der arg kritisierte "Headbanger" ist aber in der Übersetzung drin geblieben!

(Einfach dem obigen Link zur Bestellung folgen)





Due to complaints about the original title that had made the book hard to identify for some, we have published a new edition of our annotated translation of the classic, 'Alexandros, or: The False Prophet' by the Greek-Syrian satirist Lucian of Samosata (2nd century A.D.). This new edition has a different layout and more illustrations, and also some emendations to the text. 
But the heavily critisised "Headbanger" has stayed!

(Follow the above link for ordering)


2017-05-15

Ungekürzter Livemitschnitt unseres Vortrags "Ceres: Der erdnächste Zwergplanet"



Wer unseren Vortrag über den Zwergplaneten Ceres vom 08.05.2017 verpasst hat oder noch einmal hören möchte, kann ihn hier in voller Länge nacherleben.

2017-04-23

Gratisaktion: "Die Reiter des Mars" vom 24. bis 26. April

Eine neu layoutierte und fehlerkorrigierte Fassung unseres Kurzromans "Die Reiter des Mars" ist seit heute auf Papier und als eBuch erhältlich. Zur Einführung dieser 3. Auflage gibt es eine Gratisaktion bei KDP, wo ihr vom Montag, dem 24.04., bis zum Mittwoch, dem 26., die kindle-Ausgabe kostenlos herunterladen könnt: https://www.amazon.de/Die-Reiter-Mars-preisgekr%C3%B6nte-Wissenschaftsroman/dp/1503116913/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1492941129&sr=8-3&keywords=Reiter+des+Mars



2017-03-27

Zwergplaneten und Nebenplaneten: Neuerscheinung im März 2017: Ceres: Plutos kleine ...

Zwergplaneten und Nebenplaneten: Neuerscheinung im März 2017: Ceres: Plutos kleine ...: Aktuellere Bücher gibt es nicht: Der letzte Artikel, der in diesem Buch über den Zwergplaneten Ceres berücksichtigt wurde, stammt vom 22. März, heute, da ich die Druckvorlage hochgeladen habe, ist der 27.!





2017-03-01

Emperors of Trantor: Info poster for Isaac Asimov's Foundation universe

The emperors of Trantor in Isaac Asimov's Robots, Galactic Empire and Foundation novels: a list compiled by me from all his related novels and short stories for the purposes of inclusion in the commentary volume "From Robots to Foundation". 
 



2017-02-17

Auf der Suche nach Ceres

Kennen Sie die »Himmelspolizey«? So nannte sich scherzhaft eine Gruppe von ursprünglich sechs Astronomen, die in den letzten Tagen des 18. Jahrhunderts beschlossen, einen abtrünnigen Planeten im Sonnensystem »dingfest zu machen«.Das war eine Neuheit. Freilich,  Kometen kamen und gingen, und Satelliten waren schon verschiedentlich entdeckt worden: Galilei (1610) mit den vier großen Jupitermonden, Huygens (1655) mit der Saturni Luna, die später zum Saturnmond Titan wurde, gefolgt von der sukzessiven Entdeckung vierer weiterer Saturnmonde bis 1684 - aber einen neuen Planeten im Sonnensystem zu entdecken wäre dann doch zu frivol gewesen. Bis dem damals weltbesten Fernrohrbauer Friedrich Wilhelm Herschel am 13. März 1781 der Uranus zufällig vor das Objektiv geriet. Und selbst er glaubte zuerst, er habe lediglich einen neuen Kometen entdeckt.

Der Amateurastronom Herschel machte sich damit weltberühmt und unsterblich - und erregte die Fantasien von Amateuren und Profis gleichermaßen, selbst als Planetenentdecker in die Geschichte einzugehen. Die Mitglieder der Himmelspolizey, oder formeller: der »Vereinigten Astronomischen Gesellschaft«, waren mithin die ersten Planetenjäger in der Geschichte der Wissenschaft.

Ohne konkreten Anhaltspunkt, wo sich der gesuchte Planet denn aufhalte, blieben alle Einzelbeobachtungen jedoch vergeblich. Darum trafen sich im September 1800 bei der Sternwarte zu Lilienthal die folgenden namhaften Gelehrten zur Gründung der Himmelspolizey:
  • Zách János Ferenc, auch Franz Xaver Freiherr von Zách, für die Seeberg-Sternwarte in Gotha
  • Dr. Heinrich Wilhelm Matthias Olbers, Amateurastronom aus Bremen
  • Karl Ludwig Harding, stellvertretend für Johann Elert Bode, für die Sternwarte Berlin
  • Johann Hieronymus Schröter, für die Sternwarte Lilienthal bei Bremen
  • Ferdinand Adolf Freiherr am Ende, Jurist und Amateurastronom aus Celle
  • Johann Mathias Gildemeister, Ratsherr und Amateurastronom aus Bremen
Copyright: Codex Regius 2017

Dann aber kam der Himmelspolizey ein anderer zuvor: Guiseppe Piazzi …

(Aus: Codex Regius, “Ceres - Plutos kleine Schwester”, der dritte Band unserer Serie über die kalten Welten des Sonnensystems nach “Pluto & Charon” sowie “Titan - Plutos großer Bruder”, erscheint im Frühjahr 2017. Siehe https://plutoetcharon.blogspot.de.)


2017-01-26

Pluto, Titan and other lesser worlds: Brauchen wir eine neue Definition unserer Monde?

Pluto, Titan and other lesser worlds: Brauchen wir eine neue Definition unserer Monde?Die physikalischen und chemischen Ähnlichkeiten im Aufbau von Zwergplaneten und großen Monden
der Gasplaneten veranlassen die Autoren, die bisherige Unterscheidung in Frage zu stellen. Statt strikt nach Umlaufbahnen zu urteilen, sollte der Aufbau der Welten stärker berücksichtigt und u. a. eine eigene Klasse für einander so ähnliche Welten wie Pluto, Triton und Titan beschaffen werden. Es wird vorgeschlagen, für Monde in hydrostatischem Gleichgewicht die ausgestorbene Bezeichnung Nebenplaneten (engl. secondary planets) wiederzubeleben.

2017-01-07

Die Ente ist frei


Zeitungsenten – von arbeitsscheuen Übersetzern neuerdings Fake News genannt – gab es schon immer. Wahlentscheidende politische Relevanz gewannen sie aber erst, als der Qualitätsjournalismus sich entschloss, ihnen das Feld zu überlassen.

Haben Sie das Künast-Zitat nachgeprüft? Es war ja schließlich eine seriöse Quelle angegeben: die Webseite der Süddeutschen. Warum eigentlich? Weil die Süddeutsche so glaubwürdig ist? Oder, weil sie es neuerdings so leicht macht, unbeweisbare Meldungen in ihrem Namen zu verbreiten?

Ich habe es versucht, rief www.sueddeutsche.de auf, um festzustellen, ob und bei welcher Gelegenheit Renate Künast das gesagt haben soll. Und wurde sogleich von der Süddeutschen angemault, auf die Wahrheit hätte ich erst einen Anspruch, wenn ich meinen AdBlocker abschaltete oder ein kostenpflichtiges Abonnement abschließe. Erkennen Sie die Perfidität des Systems? Sobald ich zähneknirschend dieser Aufforderung nachkomme, macht die Süddeutsche Umsatz mit der Ente! Die linke Hand wird zur Faust wider die Fake News geballt, während mit der rechten grinsend die Kohle eingestrichen wird. Warum, fragt der Verschwörungstheoretiker in mir, sollte das Blatt dann überhaupt ein Interesse haben, die Ente zu entlarven? Könnte es nicht sein, dass die kaufmännische Abteilung sogar selber dieses getürkte Zitat als Clickbait losgelassen …

Entenjagd online bald nur noch kostenpflichtig.
https://www.flickr.com/photos/honestreporting/14231913293

Weil mir dieses Geschäftsmodell der Süddeutschen dann doch zu anrüchig ist, lass ich darum jede weitere Recherche bleiben und vertraue darauf, dass die Quellenangabe schon stimmen wird. So wird es sich auch mancher jenseits des Großen Teichs gedacht – und in gutem Glauben Donald Trump gewählt – haben. Entengelege wie Breitbart, Russia Today oder der Kopp-Verlag gewinnen weltweit an Macht und Verbreitung, je mehr sich der Qualitätsjournalismus hinter Bezahlschranken vermauert, wo niemand mehr seine Dementis sieht. Damit fördert die angeblich seriöse Presse selbst die Entstehung einer digitalen Zweiklassengesellschaft: Die Ente ist frei, die Wahrheit gibt es nur für Reiche.

Das sind also die Medien, die sich am lautesten über die Ergebnisse britischer Referenden und amerikanischer Wahlen aufregen, zu denen sie selbst hinter ihren unerschütterlichen Paywalls lamentierend beigetragen haben.