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2015-04-21

Gondolin in Winter (Illustrations of Middle-earth; gouache painting)

My wife has found the painting that I was missing from my collection! This is Gondolin in winter, seen through Tuor's eyes against the rising sun at the last of the seven gates that lead to Tumladen.

The gouache painting is again in my "historizing" style of those years: Assuming that the cultural superiority of the Elves in Middle-earth is similar to that of  the Moors in medieval Europe, the architecture of Gondolin is - like that of my "Tuor in Vinyamar" painting - obviously inspired by the Alhambra in the Spanish city of Granada. The tilled fields are currently covered by snow, from which only barren trees rise along frozen ponds and water courses.

Only when the painting was hanging at the wall I noticed that the big tree looks from afar like a dark, knurly hand groping for the Elvish city.


2015-04-15

"From Robots to Foundations": the new extended edition is online

Thanks to a reader who pointed out some typos, I have proofread my Asimov companion volume "From Robots to Foundations" another time and taken the chance to upload V2.0 with improved layout and some additional information that had not been included in the first version, particularly on Isaac Asimov's (likely) inspirations when he was naming planets in the Trantor Universe and on the strange emendations that "Second Foundation" went through since its initial publication. 

The updated full-colour high-res version of the galactic map from p. 115 can be downloaded from here.

Here is an excerpt from the revised edition, the description of the Spacer world Aurora:


Aurora (New Earth)
Innermost planet of the Tau Ceti star system.
 
Name: for an ancient deity whose name meant ‘Dawn’.  The two moons are named for a mortal lover of the goddess A.
 
Physical parameters: Rotational period: 22.3 GSH, divided into 10 hours by 100 minutes by 200 seconds. Revolu­tional period: 0.95 GSY or 373 Auroran days. Inclina­tion: 16°. Gravity: 0.91 of Terminus. Natural satellites: Tithonus, Tithonus II (they were not perceived by ap­proaching spacemen in the Foundation Era. Had they been destroyed by Earth’s retaliation against the Spacers?). Distance from Earth: 3 pc.
10 months by 30 Auroran days make one metric or Galactic Standard Year = 0.8 Auroran (‘seasonal’) years = 0.76 Earth years.
 
Biology: The plant life that did exist, sustained by a yel­low-green pigment completely unrelated to chlorophyll and not as efficient, gave the comparatively fertile re­gions a decidedly bilious and unpleasant appearance to unaccustomed eyes. No animal life higher than unicellu­lar, and the equivalent of bacteria as well, were present. Nothing dangerous, naturally, since the two biological systems, of Earth and Aurora, were chemically unre­lated. ... nearly one half the native bacterial species known have protoplasm based on a fluorocarbon rather than hydrocarbon chemistry.’ (from 'Mother Earth')
 
Political system: Large individual autonomy; represented by a Chairman. Pop.: Around 4000 A.D.: 200 million, ro­bot-human ratio: 50:1. Capital: Eos.
 
History: Originally known as New Earth, A. was the first world settled after discovery of the Jump drive. It be­came the strongest of the Spacer Worlds and led them into the Three-Weeks War that brought independence from the Terrestrial Empire. A. maintained for a long time the effect­ive leadership of the Spacer Worlds that was contested first by Rhea and Tethys but later only by Solaria. After an Auroran, Dr K. Amadiro, had launched the nuclear intensifying process against Earth, A. seems to have suffered a kind of retaliation and became ultimately deser­ted. Many descendants settled in the Mycogen sector of Trantor. The planet was overtaken by ferocious semi-intelligent dogs.

2015-04-04

Atlantis: die Insel, die nicht untergehen will

„Viele Publizisten dieser Art glauben vermutlich, was sie
schreiben,  Sogar mir ging es so, daß ich glaubte,  was sie
schrieben, bis ich die Tatsachen nachzuprüfen begann.
Der  Fehler  ist  eben der,  daß sich bei  diesen Autoren
immer  einer  auf  den  anderen  verläßt  und  unbesehen
nachplappert,  was  der  andere  behauptet.  In  einer  Art
Schneeballsystem ergeben  sich  daraus  immer  üppigere,
noch fantastischere und noch haltlosere Hypothesen.“
- Lawrence D. Kusche, amerikanischer Publizist

„Aber das bedeutet eben doch, daß nur das wortwörtlich
von  Platon  übernommen  wird,  was  in  eine  Theorie
hineinpaßt,  Widersprüchliches als Mißverständnis oder als
Übermittlungsfehler erklärt werden muß.“
- Ernst von Khuon

Es könnte der Stoff für ein Hollywood-Drama sein. Ein mächtiges Imperium voller Reichtümer beherrscht tyrannisch große Teile der Welt. In ungezügeltem Eroberungsdrang schickt es sich an, auch den Rest zu unterwerfen, und sendet ein Heer aus, gewaltiger, als man je eines gesehen hat. Unaufhaltsam schreitet es voran, Land um Land wird besetzt, denn der Überlegenheit des Gegners können selbst die ältesten und größten Nationen nicht widerstehen. Da gelingt es einer kleinen Stadt freier, unbeugsamer Bürger, sich wie das Gallierdorf des Asterix der mächtigsten Militärmaschinerie aller Zeiten zu widersetzen. Eine Handvoll aufrechter und heldenhafter Kämpfer, aus einer Siedlung von kaum 20 000 Einwohnern stammend, besiegt das Imperium und befreit edelmütig die besetzten Länder. Und schließlich versinkt das Herz des geschlagenen Reichs, von den Göttern gestraft, in einer Naturkatastrophe, nach der die Welt nie mehr sein wird, wie sie vorher war.

Diese dramatische Geschichte ist jedoch kein Kintopp-Drehbuch. Ihr Autor ist Platon, ein Mann aus dem antiken Athen. Dessen Gesamtschriftwerk umfasst mehr Seiten als die Bibel, doch der Allgemeinheit bekannt ist er hauptsächlich durch die Fragmente jenes Epos, das von Kampf und Untergang der sagenhaften Insel Atlantis berichtet.

Seit ihrer postumen Veröffentlichung vor beinahe zweieinhalb Jahrtausenden beschäftigt die Atlantika die Träume ihrer Leser. Ist sie ein Report lange zurückliegender Ereignisse oder romanhafte Fiktion eines greisen Fabulierkünstlers? Gab es die sagenhafte Insel Atlantis? Zwar fällte schon Platons prominentester Schüler, Aristoteles, das vernichtende Urteil, dass derjenige, der Atlantis erfunden habe, es auch versinken ließ, und immer wieder wurde es als größter Aprilscherz aller Zeiten angesehen. Trotzdem behandelten viele antike Autoren - auch wenn sie mehr oder minder verdrehte Einzelheiten wiedergaben - Atlantis als historische Tatsache. Die nach Platons Tod verfasste klassische Literatur wimmelte von Inseln und Kontinenten, die Atlantis ähnlich sind. Im späten Mittelalter tauchte es auf manchen Seekarten als noch nicht lokalisierte Insel auf. Während des Zeitalters der Entdeckungen, genauer der Eroberungen, wurde erfolglos nach den Schätzen des verlorenen Atlantis gefahndet: trotz Platons Meldung, dass die Insel völlig versunken sei, hofften einige spanische Seefahrer, auf dem Weg in die Neue Welt Atlantis zu passieren und die Reichtümer seiner alten Hauptstadt plündern zu können. Auch Amerika selbst wurde versuchsweise mit Atlantis identifiziert: Man schlug sogar ernsthaft vor, das neuentdeckte Südamerika mit dem Namen der versunkenen Insel zu belegen.

Die Suche nach Atlantis als dem verlorenen Paradies aber begann erst, als sich im Bewusstsein der Christenheit die Atlantissage mit der Legende vom Garten Eden zu vermischen begann. Diese andere, jüngere Tradition ist erst wenig mehr als hundert Jahre alt: Sie wurde 1882 von Ignatius Donnelly mit dem Erscheinen seines Buches „Atlantis: The Antediluvian World“ begründet. Sein Atlantis hat mit dem Platons nur noch den Namen gemein. Das Donnellysche Atlantis ist identisch mit allen Inseln der Glückseligen, Paradiesen und Ländern der ewigen Jugend, die weltweit in Mythen und Märchen erscheinen. Es wird zur Heimat und Herkunftsort der Götter, zur Wiege der Zivilisation und zur Wurzel aller Hochkulturen der Alten und Neuen Welt zugleich.

Das ist Fiktion und stützt sich weder auf Platon noch auf eine andere glaubwürdige Quelle. Doch Donnelly beeinflusste die moderne Vorstellung von Atlantis weitaus stärker als Platon: Viele seitdem publizierte Bücher greifen auf Donnellys Fantasien und unwissenschaftliche Argumente zurück, als seien sie bewiesene Tatsachen. Seitdem gilt Atlantis im Volksglauben als versunkenes Zentrum einer einstigen Hochkultur, deren Zivilisation Spuren auf der ganzen Erde hinterlassen haben soll. So zweifelhaft Donnellys Ansichten sein mögen, er traf seine Leser am richtigen Punkt: dem Traum von einer glücklichen, verlorenen Vergangenheit. Damit verankerte er Atlantis in den Bestsellerlisten.

Die dauerhafte Popularität dieser neuen Legende führte leider auch dazu, dass sich vielfältige Sektierer, Spintisierer und Spinner an den Boom hängten. Damit geriet Atlantis in die Welt des Okkulten: Die neuen Autoren spannen ebenso fantasievolle wie unglaubhafte Geschichten um einen Mythos, von dem sie nicht mehr als den Namen gewusst zu haben scheinen. Platons Atlantis blieb auf der Strecke.

Das wird sofort ersichtlich, wenn man die Aussagen mehrerer dieser Autoren miteinander vergleicht und feststellt, dass sie jeweils keine Ähnlichkeit miteinander noch mit dem Atlantis Platons haben. Die Atlantisse der Moderne, wie sie von einer HelenaBlavatsky, einem Rudolf Steiner oder einem Edgar Cayce erfunden wurden, sind zueinander hoffnungslos widersprüchlich. Freilich beansprucht jeder von ihnen die Wahrheit für sich - aber sollte man nicht meinen, dass alle das gleiche Atlantis beschreiben müssten, erhielten sie ihre Informationen aus glaubwürdigen Quellen?

Literaturhistorisch gesehen ist dies nur die logische Fortsetzung des Prozesses, der die Mythen der Antike entstehen ließ. Denn Donnelly und seine Epigonen tun im Grunde nichts anderes als Homer in seinen Epen um den Trojanischen Krieg: Sie sammeln Legenden aller Art und versuchen, aus ihnen ein kohärentes System zu bilden. Daran ist nichts Schlechtes. Die Legitimation ist die gleiche, mit der zum Beispiel auch Gustav Schwab seine unsterblichen „Sagen desklassischen Altertums“ schrieb, die wir alle aus unserer Jugendzeit kennen. Sie jedoch quasi für die Bibel des antiken Griechenlands zu halten, muss in die Irre führen. Denn Homers „Odyssee" ist wie die „Sagen" des Gustav Schwab ein Roman des griechischen Mythos, nicht der Mythos selbst. Man glaubte nicht an Homer oder Platon, wie man an das Neue Testament glaubt: Solch gelehrtes Schrifttum bewegte sich auf Ebenen, die vom Volksglauben und der echten Verehrung der alten Götter weit entfernt war.

Das muss auch für Platon gelten. Was er über Atlantis schrieb, war seine dramaturgische Bearbeitung, aus der durch den Vergleich mit anderen Quellen herausgefiltert werden muss, was authentisch sein kann und was sich als seine eigene Zutat erkennen lässt. Bis heute wurde kein archäologisches oder geologisches Zeugnis gefunden, das sich zweifelsfrei einer Kultur zuordnen ließe, welcher der Name Atlantis zugesprochen werden kann. Doch wenn Platons Atlantika nur sorgfältig genug auf ihre Einzelheiten abgeklopft wird, lässt sich vielleicht dennoch erkennen, ob Aristoteles mit seinem vernichtenden Urteil Recht hatte oder ob sie sich doch auf ältere Quellen stützt. Und auch, welche Motivation sich hinter ihrer literarischen Umsetzung verbirgt.

1990 haben wir dies mit der Erstauflage der Atlantika versucht. Das vorliegende Buch "Atlantika - Was Platon wirklich sagte" bei Amazon-DE ist eine vollständig überarbeitete und aktualisierte Neuauflage.

Das Video zum Buch: